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Was wir lieben zu tun, verankert sich in uns mit einem eigenen Abdruck. Was wir lieben zu tun und es auch häufig tun, wird Teil unserer eigenen Geschichte als Person, manchmal sogar zu unserer Identität.

Wie auch nach einer Pause der Körper sich unmittelbar erinnert und die damit verbundenen Emotionen erweckt, davon handelt die heutige kurze, schlichte #SinnGeschichte:

Anna Maria ist eine Frau mit einer wunderschönen Stimme. Zum einen ist ihr diese Stimme einfach geschenkt, und dann mag es auch daran liegen, dass sie von Kindheit an viel gesungen hat- erst mit den Eltern, und dann ab dem 5. Lebensjahr im Kinderchor.

Mit dem Kinderchor ging es los: singen in Kirche und sogar im Theater, im Jugendchor, im Kammerchor. Sie wurde erwachsen und zog in eine neue Stadt- das erste was sie fand, war ein neuer Chor. Die Freundschaften, die dort geschlossen wurden, hielten sehr sehr lange über die gemeinsame Zeit des Musizierens hinweg, oder halten noch bis auf den heutigen Tag.

Im Chor lernte sie ihre nächste Liebe kennen, der Chor, die Musik und das probieren gehörten schon immer zu ihr, sehr lange Zeit. Manchmal sang sie auch zur Gitarre, IMMER liebte sie es, ihre Stimme klingen zu lassen, in einen Gesamtklang einzutauchen, der auch bedeutet:

gemeinsam einatmen, aufeinander hören und dabei die eigene Stimme mit hineinweben, zusammen Konsonanten und Vokale bilden als wäre es ein Mund,  Musik formen als Gruppe, und dabei doch so sehr die eigene Stimme spüren- denn nichts ist näher als sie. All das machte sie sehr froh und glücklich.

Dann änderte sich ihr Leben, sie zog erneut um, fand eine neue Liebe und lernte viele neue Seiten an sich selbst kennen. Dafür hatte anderes Pause. Manche Freundschaften, viele Gewohnheiten. Auch das Singen.

Es mögen in etwa drei Jahre gewesen sein, bis sie an einem Adventsabend mit mir zusammen zu einem Mitsingabend fuhr. Und tatsächlich war sie ein klein wenig aufgeregt, mit der Aussicht, wieder mit mehreren Menschen gemeinsam zu singen. Und so kam es..

Schon beim Ansingen der ersten Lieder brach ihre Stimme zu Beginn immer wieder – Tränen kullerten, wie es eben ein Wiedersehen nach langer Zeit vermag, wenn es eine innige Beziehung gibt.

„Oh, dieses Gefühl beim Atem holen – wenn der ganze Körper sich bereit macht, der Hals sich innen weitet, der Rücken leicht streckt, einfach alles weit wird beim Einatmen- mit allen gemeinsam – um dann im nächsten Moment singen alle gemeinsam los! Wie habe ich das vermisst, und wie vertraut ist das! Es ist wie ein Stück nach hause kommen.“

Ich weiß von vielen Geschichten, in denen Menschen zu bestimmten Zeiten in ihrem Leben aufgehört haben zu singen, und etwas in ihnen ist dadurch beinahe verdurstet. Vielleicht ist es auch etwas anderes: ein Instrument spielen, schwimmen, Golf spielen, Motorrad fahren..

es gibt sie, diese eine Bewegung, diese eine Drehung, diesen einen Atem, die uns wieder nach hause dahin holen, wo die Freude wohnt.

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