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Es gibt Momente, in denen wir als „Ganzkörper – Reaktion“ spüren: hier passiert gerade etwas Entscheidendes!. Sie sind meist kürzer als eine Sekunde. Vielleicht sind sie sogar subtil. Und doch sind sie später so verankert, dass sie ewig Leitstern für unser Leben bleiben können.

Es war in einem Oktober, Anfang der 2000er Jahre, als meine Füße mich das erste Mal etwas Grundlegendes über mich selbst und das Gefühl der Zugehörigkeit lehrten.

Ich studierte Sozialpädagogik ohne eine sehr konkrete Vision außer der Natürlichkeit, mein Leben damit zu verbringen, anderen Menschen zu helfen: das machten alle Frauen in meiner Familie so. Ich mag Menschen und fühlte mich außerdem wenig mutig, etwas anderes denken zu können.

Besonders liebte ich den freiwilligen Kurs über Musiktherapie, und auch den über mystische Theologie (zugegeben, ein Kurs für Freaks), denn dort wurde es entweder kreativ oder es ging um die großen Fragen. Wunderbar.

In jenem Oktober also gab es eine Reise meines Kurses nach Salzburg, um für eine Woche die Studiengänge des Orff´schen Instituts kennenzulernen. Es muss gleich bei einer der ersten Unterrichtsstunden gewesen sein, als der Groschen fiel. Um am Unterricht teilzunehmen, mussten wir unsere Schuhe und Strümpfe ausziehen: es war eine rhythmische Bewegungsklasse.

Barfuß im Unterricht!

Meine Welt stellte sich unmittelbar vom Kopf auf die Füße – wusste ich doch kaum, wie mir geschah. Ich erinnere noch jetzt ganz genau den samtenen Holzschwingboden, auf den ich etwas schüchtern meine Füße setzte. Dieses glatte, warme, unmittelbare Gefühl des Holzes war ein nach- hause- kommen, von dem ich vorher gar nicht wusste, dass es diese Heimat in mir gab.

Ausatmen. Aufatmen. Ein kesses Zell-Grinsen, das sich zwischen Fußsohlen und Steißbein, Steißbein und Schultern und Mundwinkeln in mir ausbreitete.  Ein Moment, in dem für eben diesen Bruchteil einer Sekunde alle Zellen sagen: „jepp, hier gehören wir hin. Bingo. This is home.“ Das ist nicht logisch, aber unerschütterlich. Ebenso das Gefühl von „so will ich leben“.

Als könne ich mit den Schuhen zugleich gelernte Konventionen und Rollen ablegen, und als würde ich barfuß auf dem beseelten und betanzten Holzboden zusammen mit den anderen Barfüsslern um so mehr ins pure Leben treten. Lecker!

Ist das nicht erstaunlich? Wie in einer kurzen Empfindung unzählige wortlose Informationen über einen ganzen Lebensweg, eine  Lebensausrichtung sein können? Es geht natürlich auch viele Nummern kleiner. Aber ganz ehrlich: selbst dann bleibt es groß.

Vielleicht ist es bei Dir der Sand zwischen den Zehen. Oder der Duft eines Waldes. Der Blick auf eine bestimmte Landschaft. Die Atmosphäre einer bestimmten Umgebung. Vielleicht auch eine Sehnsucht nach eben diesem Moment der Zugehörigkeit.

Es lohnt sich, in die Details hineinzuhorchen. Der Körper erzählt ohne Unterbrechung was er mag, und was nicht. Und dann: den Spuren folgen….

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